Abonnieren Sie gleich unseren kostenlosen Newsletter.

Ich interessiere mich für folgende Themenbereiche:

Der Frühling steht vor der Tür und die Boostsaison beginnt …

Eigentlich ist es in jedem Frühjahr das Gleiche: das Boot muss aus dem Winterlager wieder ins Wasser gebracht werden. Trotz der Wiederholung in jedem Jahr liegt doch einige Zeit dazwischen um das Eine oder Andere zu vergessen. Auch erfahrene Bootsbesitzer machen sich hier eine kleine Checkliste. Anfangs mit wenig Zeit und mäßig Lust, steigt in der Regel der Arbeitseifer nachdem die ersten Erfolge sichtbar werden. Was muss also noch alles vor dem zu Wasser lassen getan werden? Wie bereits in unserem Beitrag zum Einwintern zu lesen, ist der beste Zeitpunkt für die Winterarbeiten direkt nach dem Einzug in das Winterlager.  Zu diesem Zeitpunkt hat man alles noch frisch im Kopf, was gemacht werden muss. Ansonsten unbedingt eine Liste schreiben. Es ist jedoch auch nicht schlimm, wenn im Herbst nichts gemacht wurde. Vor dem Saisonstart ist auch noch reichlich Zeit um alles zu erledigen. Natürlich dienen die nachfolgenden Ausführungen nur als Anhaltspunkte, da die Arbeiten von Bootstyp und -größe abhängig sind. Und los geht´s …

 

Fangen wir im Außenbereich an:

 

Deck/Rumpf reinigen und polieren – Nachdem die Plane vom Boot entfernt wurde, sollte sie gereinigt und getrocknet werden bevor diese dann zusammengelegt und bis zum nächsten Winter eingelagert wird. Zuerst ist Großreinemachen angesagt. Dazu nutzen Sie am besten einen Schrubber oder geeignete Bürsten, Wasserschlauch und ein Bootsshampoo, z.B. das Starbrite Boat Wash. Nachdem der Schmutz und Staub runter ist sollten Sie den Rumpf auf Schäden untersuchen. Sollten Holz, Kunststoff- oder Lackreparaturen notwendig sein, achten Sie auf die richtigen Außentemperaturen (Dem Thema Bootsreparatur und Lackierung widmen wir uns in einem gesonderten Beitrag).

 

Boot reinigen

 

Häufig sind Kratzer entstanden, z.B durch sandige Fender oder es fehlt einfach der Glanz beim Gelcoat oder Lack. Besonders bei farbigen Rümpfen fallen Kratzer auf, da sie selbst eine raue Oberfläche haben. Dadurch bricht sich das Licht anders. Um Ihr Boot wieder erstrahlen zu lassen benötigen Sie ein Poliermaschine, Polierschwämme und die, entsprechend der Untergründe, geeignete Bootspolitur. Je nach Zustand des Bootsrumpfes unterscheidet man zwischen groben, mittleren und feinen Schleifgrad bei Polituren. Außerdem müssen Sie noch darauf achten ob Ihr Boot eine Gelcoat-Oberfläche besitzt oder lackiert ist. Die Behandlung von Gelcoat und Lacken ist etwas unterschiedlich. Lacke sind härter, zerkratzen nicht so leicht und müssen seltener poliert werden. Dafür lassen sich Kratzer aus dem Gelcoat leichter auspolieren, vor allem, weil die Schichtstärke viel höher ist als bei Lack.

 

Beachten Sie: Je gröber die Schleifkörner in der Politur sind, desto höher ist der Grad der Abtragung von Farbpigmenten in der Lackschicht. Deshalb sollten Sie nach der Verarbeitung einer groben Schleifpolitur immer noch einmal mit einer Feinschleifpaste arbeiten um das Oberflächenbild zu verfeinern. Es ist jedoch nicht nur das Polieren zum Herstellen des Glanzes nötig, sondern die Oberflächen müssen zum Schluß noch versiegelt werden. Hierzu verwenden Sie spezielle Versiegelungen oder Wachse. Alle genannten Arbeiten können, wenn auch sehr viel mühsamer, mit der Hand ausgeführt werden. „Handarbeit“ ist allerdings nur für kleine Flächen zu empfehlen.

 

Boot polieren

 

Tip: Während des Polierens achten Sie darauf, dass die Fläche nicht zu warm wird, sonst trocknet die Politur zu schnell und arbeitet dann nur ungenügend. Am besten verteilen Sie die Politur auf einer Fläche von etwa 0,50 m x 0,50 m und bearbeiten sie anschließend mit der Poliermaschine (Drehzahl 400-800 u/min). Nach einer kurzen Zeit zum Ablüften wischen Sie mit einem weichen, sauberen Microfasertuch eventuell vorhandene Politurrückstände ab. Achten Sie darauf, dass Sie gleichmäßig arbeiten um ein einheitliches Oberflächenbild zu erreichen.

 

Teakholz auffrischen – hat Ihr Boot ein Stabdeck oder eine Badeplattform aus Teakholz ärgern Sie sich vielleicht auch über die graue Oberfläche. Echte Klassiker-Freunde behaupten, das muss so sein und reinigen das Teakholz nur mit Schrubber und Wasser. Aber das liegt wie so oft im Auge des Betrachters. Möchten Sie dagegen das Holz auffrischen benötigen Sie hierzu spezielle Teak-Reiniger, Teak-Auffrischer und Teak-Öl. Eine Schritt für Schrittanleitung zur Teakbehandlung finden Sie in unserem Ratgeber.

 

Putzmittel für alle Fälle – Nachdem der Rumpf und das Deck bearbeitet wurde wenden wir uns den vielen kleineren Flächen und Dingen zu. Zu einem sauberen Schiff gehören auch die kleinen Details wie Beschläge, Scheiben, Gummis und Fender. Metallgegenstände polieren Sie z.B. mit dem Chrome & Stainless Politur von Starbrite. Für die Glasscheiben oder -oberflächen verwenden Sie einen handelsüblichen Glasreiniger, wie z.B. Glass Cleaner. Für Acrylglasscheiben gibt es spezielle Reiniger wie z.B. den Clean&Care Acrylglas-Fensterpfleger von Dometic.

 

Tip: Acrylglasscheiben niemals mit Verdünnung oder Spiritus reinigen, diese Mittel greifen die Oberfläche an. Beachten Sie das sämtliche Oberflächen Pflege brauchen. Auch das Tauwerk und Beschläge müssen überprüft und instand gesetzt werden.

 

Weiter geht’s im Innenbereich:

 

Nach dem Winter sind die wichtigsten und ersten Putzmassnahmen im Inneren das Lüften, Reinigen und Absaugen von Polstern und Matratzen, die man beim ersten warmen Sonnenlicht ins Freie schafft. Lüften und Reinigen gilt auch für alles, was verschlossen war, wie Schränke, Stauräume und Backskisten. Außerdem muss das Frisch- und Schmutzwassersystem geprüft und einsatzbereit gemacht werden, sowie die Heizung auf Funktion geprüft werden. Dazu gehört natürlich auch das Prüfen der Elektrik an Bord. Ohne die Elektrik läuft nichts, springt nicht einmal der Motor an. Prüfen Sie hier sehr gründlich. Eine detaillierte Auflistung aller Bereiche die zu prüfen sind finden Sie in unserer Checkliste am Ende.

 

Antifoulinganstrich

 

Wie schon der Name verrät, handelt es sich bei Antifouling um Produkte, die dem Fouling entgegenwirken. Sie verhindern effektiv das Anwachsen von Wasserorganismen und gewährleisten ein sauberes Unterwasserschiff. In vielen Gebieten ist ein Unterwasseranstrich unerlässlich. Bei der Wahl des richtigen Antifoulings müssen einige Faktoren berücksichtigt werden, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. In der Regel finden sich die entsprechenden Angaben auf den Dosen oder der Herstellerseite. Haben Sie sich nun für ein geeignetes Antifouling und die passende Grundierung entschieden, kann es losgehen. Achten Sie vor dem Aufbringen des Antifouling darauf, dass der Rumpf vollständig von Bewuchs befreit ist. Ein neuer Antifoulinganstrich macht nämlich nur Sinn auf einem sauberen, trockenen und haftfähigen Untergrund. Rückstände des alten Antifouling sollten vor dem Auftrag entfernt werden. Dies ist insbesondere dann notwendig, wenn der alte Anstrich sich in einem sehr schlechten Zustand befindet.

 

Mit einer geeigneten Verdünnung oder Reiniger wird der Rumpf entfettet und von Schleifrückständen gereinigt. Nachdem der Rumpf getrocknet ist, kann zunächst die Grundierung aufgetragen. Um eine saubere farbliche Trennung zwischen Unterwasserschiff und dem Rest des Bootes zu erhalten, kleben Sie mit einem Klebeband die Linie zwischen Unterwasserschiff und dem Rest des Bootes ab. Nach dem Streichen wird das Klebeband abgezogen und Sie erhalten einen perfekten Unterwasseranstrich. Die meisten Antifoulings können mit Pinsel oder Rolle aufgetragen werden. Der Vorteil der Rolle ist, dass sie keine Pinselstriche hinterläßt und somit das Antifouling glatter aufgetragen wird.

 

Antifoulinganstrich

 

Wenn Sie nun, entsprechend den Angaben des Herstellers genügend Schichten Grundierung aufgetragen haben und diese entsprechend lange getrocknet wurden, kann das Antifouling aufgetragen werden. Hierbei müssen Sie ebenfalls beachten in wie vielen Schichten das Produkt aufgetragen werden muss und welche Trockenzeiten eingehalten werden müssen.

 

Tip: Auch Außenborder, Propeller, Saildrives, Kiele und Bugstrahler müssen mit Antifouling behandelt werden, da Bewuchs hier für erheblichen Einschränkungen des Antriebs sorgen kann. Diese Stellen sind natürlich schwer mit Pinsel oder Rolle zu erreichen. Um Ihnen hierbei den Auftrag zu erleichtern gibt es Antifouling aus der Spraydose. Dabei sollten Sie jedoch darauf achten, dass die Opferanoden nicht überstrichen werden. Diese müssen Sie vor dem Anstrich abkleben. Bitte denken Sie bei allen Arbeiten daran, dass das Einatmen von Schleifstäuben, Lösemitteldämpfen und Spritznebel die Gesundheit gefährdet.

 

Sorgen Sie unbedingt für ausreichende Schutzmaßnahmen bevor Sie mit den Arbeiten beginnen. Achten Sie auf eine gute Belüftung und tragen Sie eine Atemschutzmaske, sowie geeignete Schutzkleidung. Das Tragen von Handschuhen und einer Schutzbrille ist zu empfehlen. Geeignte Produkte für die persönliche Schutzausrüstung finden Sie in unserem Onlineshop unter Arbeitsschutz.

 

Einwassern – es wird Zeit ins Wasser zu gehen

 

Sie haben Ihr Boot gereinigt, poliert und versiegelt und sind bereit für die erste Ausfahrt nach dem Winter. Aber war da nicht noch etwas? Ein paar wichtige Punkte sollten Sie sich jetzt noch anschauen (wenn nicht bereits beim Einwintern passiert). Bilgenpumpe … Selbst wenn Ihr Boot gut zugedeckt über den Winter an Land gestanden hat, oder gar in einer Halle, ist das längst keine Garantie für eine trockene Bilge. Also unbedingt vor der ersten Ausfahrt die Funktion der Pumpe und Schalter am Armaturenbrett sowie die Notschalter in der Bilge testen.

 

Seeventil und Schläuche … Nehmen Sie hier nicht nur eine visuelle Prüfung vor sondern ziehen und Verdrehen Sie auch einmal die Schläuche um zu sehen ob sie brüchig geworden sind. Prüfen Sie auch die Verbindung zum Seeventil und den festen Sitz der Schläuche. Selbstverständlich muss die Gängigkeit des Seeventils geprüft werden. Batterie und Elektrik … Batteriecheck vor Saisonstart ist obligatorisch und auch die Prüfung von Kabeln und Kontakten. Motor- und Kreislaufcheck … Haben Sie  Öl und Filter schon gewechselt können Sie sich im nächsten Schritt mit dem Kühlsystem des Motors beschäftigen.

 

Im Übrigen sollten  Sie beim Motor lieber eine Fachwerkstatt ran lassen.

 

Was ist beim Zuwasserlassen sonst noch zu beachten? Gleich nach dem Einwässern unter Deck alle Seeventile und Durchbrüche kontrollieren. Motor starten und Probelauf kontrollieren: Kommt Wasser aus dem Auspuff? Läuft die Maschine rund? Lädt die Lichtmaschine? Ist Öldruck da? Keine besonderen Geräusche? Kein Qualm im Motorraum? Keine Leckagen (Wasser/Öl) am Motor? Abgase nahezu unsichtbar? Keine flatternden Keilriemen?

Vordergründig hängt der Umfang der Arbeiten im Frühjahr von der Größe und dem Typ des Bootes sowie der technischen Ausstattung ab. Wie wurde das Boot im Winter gelagert. In welchen Gebieten sind Sie unterwegs. Und so weiter …  Deshalb soll dieser Beitrag und auch unsere Checkliste nur einen Überblick geben, zu den Arbeiten die erledigt werden sollten. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Grundsätzlich können Sie viele Arbeiten selbst erledigen – Sie lernen ihr Boot dabei auch besser kennen – es gibt jedoch auch professionelle Dienstleister die das für Sie übernehmen.

 

Wie bereits im Herbst stellen wir Ihnen so eine Checkliste und ein paar Tipps für den Start in die langerwartete Saison zur Verfügung: Checkliste auswintern

«« zurück zur Übersicht